Narrative TV-Pics

Corona hat mich auf diese Idee gebracht. Da wir nicht reisen durften, keine Events besuchen, keine Städtereisen machen konnten und so die visuellen Reize sich auf die Umgebung, bei mir auch viel auf den Wald, beschränkt hatten, merkte ich beim abendlichen Filmschauen, dass ich wesentlich mehr intensive Seherlebnisse hatte und tatsächlich auch genießen konnte. Und dann habe ich einfach begonnen, Filme mit dem Smartphone in der Hand zu sehen und wenn ich merkte, dass der Film Farben, Gegenden, Menschen, Szenen zeigte, die mich in den Bann zogen, begann ich zu fotografieren.

Der Blick durch das Display meines Handys hat den Blick geschärft, auf Details, auf Bewegungen, auf Überblendungen. Und da ich keine Lust hatte, dass meine Fotoarbeiten dann auf Filmstills reduziert werden könnten, arbeite ich entweder mit der ICM-Technik, oder füge unterschiedliche Fotos zu einem eigenen Sachverhalt zusammen.
Die bewusste Geste hat das Spiel mit den Möglichkeiten noch viel spannender gemacht, weil durch die längere Verschlusszeit auch nicht immer das Ergebnis auf der Kamera war, das ich ursprünglich einfangen wollte. Aber der Film läuft weiter – und ich stoppe nie einen Film, weil ich wie in der Realität den Augenblick einfangen möchte und es im Leben auch nicht möglich ist, das Leben zurückzuspulen.

Und so kann ich mit diesen TV-pics meine ganz eigenen Geschichten erzählen, so wie ich das bei anderen Fotos auch mache. Denn es ist unerheblich, aus welchem Film diese Pics stammen, es ist mein ganz persönlicher Moment, den ich einfange, anschließend meistens noch digital bearbeite, und so zu meinem Gedanken, meinen Geschichten umarbeite.

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