Fotografie? Ein wenig Theorie….

 

…ein wenig Theorie…

In der Geschichte der Fotografie gibt es um die Fotografie einige Begrifflichkeiten, die die Fotografie einteilen:

Dokumentarische Fotografie oder auch Feststellende Fotografie,  sog. Abbilder, (gemeint ist die abbildende, berichtende, beweisende, dokumentierende, reproduzierende, gegenständliche, naturgetreue Fotografie – nach Gottfried Jäger)


Darstellende Fotografie, sog. Sinnbilder, (gemeint sind als Realität interpretierende Fotografien, wie subjektive, beeindruckende, überzeugende, kommentierende, kritische, parteiliche, teilnehmende, engagierte, anklagende oder eingreifende Fotografien, etwa für künstlerische, werbliche oder propagandistische Zwecke – mit kommentierendem Charakter, die Dinge so wendend, wie sie die Autor_innen sehen oder betrachtet wissen wollen – nach Gottfried Jäger)


Experimentelle Fotografie oder auch bildschaffende Fotografie, sog. Strukturbilder oder auch Autonome Bilder, (gemeint sind schöpferische, gestaltende, formgebende, konstruierende, inszenierende, experimentierende, abstrakte, absolute oder ungegenständliche Fotografien. Neue Bildstrukturen werden erschaffen, abstrakte Ideen werden visualisiert – nach Gottfried Jäger )


Die Weiterentwicklung der Bildschaffenden Fotografie sind die Virtuellen Bilder oder Filme. Diese sind ohne Verwendung von Fotografie oder Video direkt am Computer erzeugt. Diese Bilder oder Animationen werden parallel zur Wirklichkeit erstellt und sind von Grund auf konstruiert.


Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das bewusste Handeln – die performative Fotografie. Dieser Begriff wurde durch Margaret Iversen entwickelt. Auch sie setzt den Effekt des Geschehens in den Fokus, der fotografische Akt wird zur prozessualen Kunst.


Auf philosophischer Ebene hat sich u.a. Vilem Flusser intensiv mit der Fotografie auseinandergesetzt.

Für Flusser zeichnet sich der „wahre“ Fotograf im Gegensatz zum „fotografierenden Mensch, dem Knipser“ dadurch aus, dass er nach neuen Informationen sucht, nach neuen Sichtweisen und Sachverhalten.  Er will die Welt nicht verändern, er versucht die noch unentdeckten Möglichkeiten seiner „Maschine“, des Fotoapparates, zu finden.

Der Apparat ist kein Werkzeug, sondern ein Spielzeug. Der Fotograf ist kein Arbeiter –  „Homo faber“, sondern ein „Spieler“ – „Homo ludens“. Nach der Lektüre von Büchern des Philosophen habe ich mir dann auch den Namen „Ludens Artifex“ als für mich absolut passend ausgewählt.

Der Knipser, genauso wie der Dokumentarist, dagegen interessiert sich für immer neue Szenen der immer gleichen Sichtweise. So entstehen immer mehr redundante Fotografien.

…“ Wer im Album eines Knipsers blättert, erkennt darin nicht etwa festgehaltene Erlebnisse, Erkenntnisse, oder Werte eines Menschen, sondern automatisch verwirklichte Apparatmöglichkeiten. Eine derart dokumentierte Italienreise speichert die Orte und Zeiten, an denen der Knipser zum Druck auf den Auslöser verleitet wurde und zeigt, wo der Apparat überall war und was er dort getan hat.“                                                                                                  … Villem Flusser, für eine philosophie der fotografie, S. 55

Da die Philosophie in der Fotografie ein Thema ist, das mich wirklich interessiert, werde ich mich noch ausführlich damit beschäftigen und auch darüber schreiben. Buchtipps folgen….(coming soon)

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