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KI UND KUNST

Generative KI verändert nicht nur die Art, wie Bilder entstehen, sondern auch die Rolle derjenigen, die mit ihnen arbeiten.
In meinen Projekten interessiert mich weniger die technische Innovation als die Verschiebung künstlerischer Entscheidungen: vom Gestalten zum Kuratieren, vom Entwurf zum Dialog.

 Ein Bild beginnt hier oft nicht nur mit einem Blick, sondern mit einer Vorstellung davon, was daraus werden könnte.

 

Haltung

Mich interessiert, wie generative Systeme die Vorstellung von Autorschaft verändern. Wenn Maschinen Vorschläge machen, entsteht ein Raum zwischen Absicht und Ergebnis, der weder vollständig planbar noch vollständig zufällig ist.

KI wird dabei nicht als Ersatz künstlerischer Praxis verstanden, sondern als Gegenüber, das Prozesse sichtbar macht, die zuvor verborgen waren.

 

KI als Werkzeug / KI als Mitspieler

Mich interessiert der Unterschied zwischen KI als Werkzeug und KI als dialogischem Partner.
In Projekten wie Algobrush meets Louise Lawler wird KI gezielt eingesetzt, um neue Bildinhalte aus bestehenden Strukturen zu entwickeln.
In Dialog mit der Maschine verschiebt sich die Rolle: Die Maschine wird zum Mitspieler, der Richtungen vorschlägt und Entscheidungen herausfordert.

 

 

Generative Fotografie

Mich interessiert, wie sich das Konzept der generativen Fotografie im digitalen Raum weiterentwickelt.
Nicht das einzelne Bild steht im Mittelpunkt, sondern der Prozess seiner Entstehung — eine Abfolge von Entscheidungen, Iterationen und Übersetzungen zwischen menschlicher Wahrnehmung und algorithmischer Logik.

 

Aneignung im Zeitalter generativer Systeme

Mich interessiert generative KI auch als zeitgenössische Form der Aneignungskunst.
Bilder entstehen hier selten aus dem Nichts, sondern aus vorhandenen visuellen Spuren, Referenzen und Datensätzen, die neu kombiniert und übersetzt werden.

Diese Arbeitsweise knüpft an eine künstlerische Haltung an, die meine Arbeit schon lange begleitet: Aneignung nicht als Kopie, sondern als Weiterdenken eines bestehenden Bildraums. Generative Systeme verschieben diesen Prozess, weil sie Aneignung beschleunigen, vervielfachen und sichtbar machen.

In meinen Projekten wird KI daher nicht als Bruch mit früheren Strategien verstanden, sondern als Erweiterung einer Praxis, die sich mit Wiederholung, Variation und Kontextverschiebung beschäftigt.

 

Art by Eva Leopoldi. AI-Photo of a model with blonde hair pinned up in two knots and yellow eyes, posing for the camera in front of an old carpet shop. The photographer taking the picture of the model stands in the shop and shoots through the shop windows onto the street where the model is posing.
#AlgoBrushMeetsLeopoldiPaintress – La Mode Part II

 

 

Kunstphilosophische Perspektive

Generative Systeme verschieben die Frage nach Originalität. Ein Bild entsteht nicht mehr allein aus einer Idee, sondern aus einer Serie von Dialogen: zwischen Ausgangsmaterial, maschinischer Interpretation und künstlerischer Auswahl.

Kunst wird dadurch weniger zu einem abgeschlossenen Objekt als zu einer Spur von Möglichkeiten. → Haltung

 

Zum Weiterlesen

Eine ausführliche Reflexion über meinen Weg zur Aneignung – von der Seidenmalerei bis zur Arbeit mit generativer KI – finden Sie hier als PDF:
Der Weg zur Appropriation-Art (2025)

 

KI ist für mich kein Stilmittel, sondern ein Denkraum. Sie eröffnet neue Formen des Erzählens, des Spielens und des gemeinsamen Nachdenkens darüber, was Bilder heute sein können.


 

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