Ich habe mich nie für Kunst interessiert, die sich selbst genügt. Mich interessieren Prozesse, Wiederholungen und Abweichungen – und die Frage, was sichtbar wird, wenn sich Unterschiede erst im Vergleich zeigen.
Meine Arbeit ist weniger von einzelnen Werken geprägt als von längeren Bewegungen. Serien und Variationen sind für mich keine Methode, sondern eine Haltung. Ich glaube nicht an den einen entscheidenden Moment, sondern an Entwicklung – nicht als Fortschritt, sondern als Bewegung.
Warum Homo narrans?
Ich erzähle Geschichten. Nicht im literarischen Sinn und nicht mit dem Anspruch auf Eindeutigkeit. Ich verstehe mich als Homo narrans: als jemand, der Bilder in Beziehung setzt und Bedeutungen anbietet. Diese Geschichten sind keine Vorgaben. Sie sind Einladungen. Wer ihnen folgen will, kann das tun – wer nicht, darf eigene Wege gehen.
Aneignung verstehe ich dabei weniger als Übernahme eines Bildes, sondern als Weiterdenken vorhandener Spuren — ein Erzählen, das nie ganz beim Ursprung stehen bleibt.
Kunst ist für mich kein abgeschlossener Zustand. Sie ist ein offener Denkraum. Ein Ort, an dem Zweifel erlaubt sind und Widersprüche nicht aufgelöst werden müssen. Ich misstraue dem schnellen Ergebnis ebenso wie dem eindeutigen Stil. Beides beruhigt – und beides kann verhindern, weiterzudenken.
Warum Artifex ludens?
Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit ist das Spiel. Nicht als Leichtigkeit, sondern als ernsthafte Form des Erkundens. Als Artifex ludens arbeite ich spielerisch mit Regeln, Material und Erwartungen, um herauszufinden, was sich entwickelt, wenn Kontrolle teilweise abgegeben wird. Spiel bedeutet hier nicht Beliebigkeit, sondern Offenheit gegenüber dem Ungeplanten.
Meine Arbeiten entstehen oft als offene Dialogräume, die sich auch für gemeinsames Lernen eignen. Mehr Informationen auf folgender Seite: Lehre und Dialog

Was mache ich konkret?
Seit vielen Jahren arbeite ich mit unterschiedlichen Medien – Malerei, Fotografie, digitale Verfahren. Nicht aus Beliebigkeit, sondern aus Neugier. Jedes Medium zwingt zu anderen Entscheidungen und legt andere Fragen frei. Mich interessiert nicht die Perfektion eines Werkzeugs, sondern das, was es sichtbar macht – oder verschleiert.
Die Auseinandersetzung mit KI ist für mich eine konsequente Fortsetzung dieser Haltung. Ich sehe KI weder als Bedrohung noch als Heilsversprechen. KI ist ein Werkzeug, das bestehende Fragen zuspitzt: nach Autorschaft, nach Wiederholung, nach Originalität. Wer mit KI arbeitet, gibt Kontrolle ab – und gewinnt zugleich einen Spiegel für eigene Entscheidungen, Routinen und ästhetische Vorannahmen.