Aneignung beginnt dort, wo ein Bild nicht mehr abgeschlossen ist, sondern weitergegeben werden kann.
Projektfrage
Wie lässt sich Aneignung als künstlerische Praxis weiterdenken, wenn bildgenerierende KI nicht als Zufallsgenerator, sondern als präzises Werkzeug eingesetzt wird?
Kontext & Vorgehen
Ausgangspunkt dieses Projekts ist Louise Lawlers🔗 Praxis der Aneignung bestehender Kunstwerke. Mit ihren Fotografien und Tracings hat sie wiederholt gezeigt, wie sehr Bedeutung, Wert und Autorschaft von Kontexten abhängen, in denen Kunst erscheint.
Ich eigne mir Lawlers Tracings an und nutze sie als Ausgangsmaterial für neue Bildinhalte. Diese entstehen mithilfe einer bildgenerierenden KI, die hier nicht dialogisch oder spielerisch eingesetzt wird, sondern gezielt zur Entwicklung konkret vorgestellter Bildideen. Der Zufall ist dabei bewusst begrenzt; entscheidend ist die präzise Steuerung des Werkzeugs, nicht die nachträgliche Auswahl aus beliebigen Ergebnissen.
Das Projekt versteht Aneignung als fortlaufende Schleife: von bestehenden Werken zu Tracings, von Tracings zu neuen Bildinhalten. Autorschaft wird dabei nicht aufgehoben, sondern verschoben und weitergegeben. Ziel ist es, diese Aneignung nicht abzuschließen, sondern prinzipiell offen zu halten.
Dieses Projekt knüpft an meine frühe Phase der Aneignungskunst an — nur dass ich heute nicht mehr auf Seide, sondern im Dialog mit generativen Systemen arbeite.
→ Zur Projektseite Aneignungskunst
Bilder
Durch Klick auf das +-Zeichen werden die Bilder in der vollen Größe angezeigt.
Mitmachen / Weiterführen
Dieses Projekt ist als offene Aneignungsschleife angelegt.
Die entstandenen Bildinhalte können als Ausgangspunkt für eigene Weiterführungen genutzt werden.
Dafür stelle ich Tracings der Bildmotive sowie eine kurze Anleitung zur Verfügung, mit denen sich neue Bildvarianten mithilfe einer bildgenerierenden KI entwickeln lassen. Die Teilnahme ist nicht als Nachahmung gedacht, sondern als Fortsetzung: Aneignung wird weitergegeben, verändert und neu interpretiert.
Publikation
Eine ausführliche Auseinandersetzung mit diesem Projekt – inklusive Bildmaterial, Kontext und weiterführender Texte – ist in Buchform erschienen.
Das Projekt markiert keinen Abschluss, sondern einen Zwischenstand in einer potenziell fortlaufenden Aneignung.
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